Swing Trading

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Inhalt

1) Was ist Swing Trading?
Swing Trading – Definition
2) Was macht einen guten Swing Trader aus?
3) Wichtige Begriffe beim Swing Trading
a) Bullen und Bären
b) Short, Long und Schreiben
c) Broker
d) Trends
e) Volatilität
f) Index
NASDAQ
Standard & Poor’s 500
Dow Jones Average Industrial
g) Fundamentale Analyse
h) Technische Analyse
i) Quartalszahlen – Earnings
j) Branchen und Sektoren
4) Der Preis einer Aktie 
5) Technische Analyse
a) Mit Börsenkurven (Charts) lassen sich Aktienpreise vorhersehen
Das Studium der Aktienpreisbewegung
Eigenschaften der Technischen Analyse
Geschichte der technischen Analyse: Jesse Livermore
b) Candlesticks oder Kerzen
c) Indikatoren

 

1)    Was ist Swing Trading?

Swing Trading – Definition

Allgemein gesagt, bedeutet „Swing Trading“ eine Aktie länger als einen einzelnen Tag zu halten. Swing Trading ist eine Strategie zwischen Day-Traden und Trend-Traden. Ein Day-Trader hält seine Aktien zwischen einigen Sekunden bis zu ein paar Stunden, aber nie länger als einen Tag. Ein Trend-Trader untersucht die langfristigen fundamentalen Trends einer Aktie und hält die Aktie zwischen einigen Wochen und einigen Monaten. Swing Trader profitieren vom Momentum. Sie versuchen in einem kurzen Zeitrahmen Gewinne zu machen, das kann ein Tag oder auch mehrere Tage sein.

Swingtrading ist wie eine Kinderschaukel

Swingtrading nutzt die Pendelbewegung des Aktienkurses

Auf Englisch bedeutet „Swing“ „Schwung“ oder „sich drehen“. Bei der Swing Trading Strategie geht es darum, den Schwung der natürlichen Aktienpreisbewegung auszunutzen. Sie steigen am Tiefpunkt eines Swings in die Aktie ein und verkaufen sie beim Hochpunkt. Auf diese Weise können Sie nicht nur in wenigen Tagen sondern auch in jeder Marktlage an der Börse Geld verdienen.

Swing Trading ist eine Strategie, die sich für Anfänger an der Börse eignet. Sie können mit wenigen Hilfsmitteln lernen, welche Chartsignale eine Preisumkehr ankündigen. Zusammen mit einem guten Risikomanagement ist Swing Trading eine einfache und verhältnismäßig sichere Strategie.

Technische Analyse oder Chartanalyse

Der Swingtrader verlässt sich auf die Charts.

Swing Traders benutzen die technische Analyse, um nach Aktien zu suchen, die eine kurzfristige Preisbewegung zeigen. Diese Händler sind nicht besonders am fundamentalen oder intrinsischen Wert von Aktien interessiert, sondern eher an Preistrends oder -mustern.

Swing Trading eignet sich eher für Einzelhändler, weil große Institutionen dazu neigen in so hohen Volumen zu handeln, dass sie nicht schnell in eine Aktie ein- oder aussteigen können. Ein Einzelhändler kann eine kurzfristige Aktienbewegung ausnützen, ohne mit den institutionellen Händlern wetteifern zu müssen. Swing Traders halten Ausschau nach Situationen, in denen eine Aktie das Potenzial hat, sich in kurzer Zeit sehr viel zu bewegen und sie schnell handeln müssen.

Sie können selbst erfolgreiches Swing Trading lernen. Dazu bieten wir Seminare an.

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2)    Was macht einen erfolgreichen Swing Trader aus?

Der Swing Trader profitiert vom Momentum, d. h. von kurzfristigen Aktienpreisbewegungen. Zuerst muss der Trader die richtige Aktie wählen! Das sind Aktien von großen Firmen, die an den wichtigsten Börsen gehandelt werden. In einem aktiven Markt schwingen sie weit zwischen einer klaren Unterstützung und einem deutlichen Widerstand. Der Swing Trader reitet dann auf dieser Welle,  oder diesem Swing, in die eine und/ oder in die andere Richtung.

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Der Swingtrader profitiert von kurzfristigen Aktienpreisbewegungen.

Zweitens studiert er das Marktumfeld – die Extreme wie z. B. deutlich ausgeprägte Bullen- oder Bärenmärkte, in denen das Momentum die Aktien während einer langen Zeit in eine Richtung trägt und damit die Strategie bestätigt. Ein Marktumfeld zwischen diesen beiden Extremen bedeutet eine andere Herausforderung. Interessanterweise ist der Swing Trader am besten in einem Marktumfeld, das nirgends hin geht. Sie können dann für ein paar Tage auf der Welle reiten, bevor sie wieder runter gehen. Wird dieses Muster immer wieder wiederholt, können ein paar Monate vergehen, in denen die wichtigsten Aktien und Indexe mehr oder weniger auf der Stelle treten, doch der Swing Trader hat viele Gelegenheiten, um die kurzfristigen Bewegungen hinauf und hinunter abzufangen.

Die nächste Herausforderung besteht im Festlegen der Einstiegspunkte und der Austrittspunkte. Wann soll man in einen Trade ein- und wieder aussteigen? In einer perfekten Welt würde der Swing Trader von Unterstützung zu Widerstand traden, aber wie wir wissen, ist Traden keine exakte Wissenschaft. Swing Traders verlassen sich zum größten Teil auf die technische Analyse. Sie kaufen, wenn ihre speziellen Indikatoren es ihnen raten und umgekehrt. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Das wichtigste dabei ist, dass Sie Ihre Indikatoren auswählen und bei ihnen bleiben. Disziplin ist der Schlüssel, um die Emotionen vom Traden fernzuhalten.

Swing Trading ist eine ausgezeichnete Trading Strategie für den Einsteiger und offeriert auch exzellente Profitmöglichkeiten für den fortgeschrittenen oder professionellen Trader. Swing Trading ist wie surfen! Die Börse ist ein Ozean des Wechsels, bewegt sich immer, verändert sich und ist unsicher. Die Wellen werden weit vom Ufer entfernt erzeugt. Wir warten geduldig mit unseren Brettern für die eine Richtige. Dann reiten wir das Momentum so lange wir können, aber normalerweise nicht, bis wir auf das Ufer zurückgeworfen werden!
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3)    Wichtige Begriffe beim Swing Traden

a)    Bullen und Bären

Diesen beiden Begriffen begegnen Sie immer wieder an der Börse. Sie werden in unterschiedlichem Zusammenhang verwendet und können auch mehrere Bedeutungen haben.

Bullen

Mit Bullen werden Käufer bezeichnet. Sie gelten als optimistisch und sie glauben, dass der Aktienpreis steigen wird. Wird von der Börse als Ganzem gesprochen, nennt man einen Bullenmarkt auch eine Hausse.

Bären

Bullen und Bären

Bullen und Bären an der Aktienbörse

Die Bären sind das Gegenteil der Bullen. Sie sind die Verkäufer. Sie gelten als pessimistisch, weil sie glauben, dass der Aktienpreis fallen wird. Der Bärenmarkt heisst auch Baisse.
Eine einfache Eselsbrücke, um sich die Bezeichnungen zu merken: Wenn die beiden Tiere angreifen, so nimmt der Bulle den Gegner von unten auf die Hörner. Der Bär hingegen schlägt mit seiner Tatze von oben nach unten.

b)    Short, long und schreiben

Auch die beiden Begriffe „short“ und „long“ können unterschiedliche Bedeutungen haben.

Short

  • Sie besitzen die Aktie nicht.
  • Sie verkaufen eine Aktie, die Sie nicht besitzen.
  • Sie leihen die Aktie vom Broker
  • Sie erwarten, dass der Aktienpreis fällt.

Long

  • Sie besitzen die Aktie.
  • Sie kaufen eine Aktie.
  • Sie erwarten, dass der Aktienpreis steigt.

Schreiben

  • Verkaufen
  • Dieser Ausdruck wird vor allem an der Optionenbörse verwendet.

c)    Broker

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Broker an der New Yorker Börse (NYSE)

Der Broker wird auch Börsenmakler genannt. Er handelt zwischen dem Market-Maker und den Investoren. Er wickelt den Verkauf und den Kauf von Aktien ab und erhält dafür Kommissionen. Die Broker werden mehr und mehr durch Computer ersetzt. Institutionelle Anleger wenden sich aber bei Börsen, bei denen die Aktien noch in den Ringen gehandelt werden, immer noch telefonisch an den Broker. An der New Yorker Börse (NYSE) wird noch immer im so genannten „open outcry“ gehandelt, d. h. die Aktienpreise werden laut verhandelt.

d)    Trends

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Der Abwärtstrend wird durch zwei Trendlinien sichtbar gemacht

Der Aktienpreis ist immer in Bewegung. Mit „Trend“ bezeichnet man die Richtung, in die er sich bewegt. Es gibt grundsätzlich drei Trendrichtungen:

  • Aufwärts
  • Seitwärts
  • Abwärts

Man kann Trends über verschiedene Zeiträume anschauen, d. h.

  • Langfristig
  • Mittelfristig
  • Kurzfristig

Ein kurzfristiger Trend besteht während Tagen bis Wochen, ein langfristiger während Monaten bis Jahren. Da es Trends innerhalb von Trends gibt, kann sich eine Aktie, z. B. kurzfristig in einem Aufwärtstrend bewegen, auch wenn der langfristige Trend abwärts ist.
Beim Swing Trading sind die kurzfristigen Trends besonders wichtig. Trotzdem sollten Sie sich immer auch mittel- und langfristige Trends anschauen, wenn Sie eine Aktie handeln.

e)    Volatilität

Volatilität

Aktienkurse bewegen sich stark innerhalb eines Jahres

Mit „Volatilität“ (oft auch verkürzt zu „Vola“) bezeichnet man die Aktienpreisbewegung während eines bestimmten Zeitraumes. Wie beim Trend kann man die gewünschte Beobachtungsperiode selbst festlegen.
Man kann die Volatilität in unterschiedlicher Hinsicht betrachten:

  • Die Aktienpreisbewegung als solche (historisch)
  • Die Aktienpreisbewegung im Vergleich zur restlichen Börse (Beta)
  • Die Aktienpreisbewegung als Folge von Gerüchten oder Nachrichten, z. B. rund um die Quartalsberichte (impliziert)

f)    Index

Aktienindex

Es gibt verschiedene Aktienindexe an der Börse

Ein imaginäres Portfolio von Wertpapieren, das eine bestimmte Börse oder einen Teil davon repräsentiert. Es dient als Vergleichslevel um die Performance einer Aktie zu messen.

Dies bedeutet, dass bestimmte Firmen ausgewählt werden, deren Preisverhalten analysiert wird. Der Durchschnitt dieser Firmen ergibt den Index.

Die Firmen, die zu einem Index gehören, müssen strenge Auswahlkriterien erfüllen. Die Zusammensetzung eines Index verändert sich im Laufe der Zeit, weil neue Firmen an die Börse gehen oder andere von ihr verschwinden.

Es gibt einige sehr bekannte Indexe.

NASDAQ

National Association of Security Dealers Automated Quotation System

  • 1’200 Firmen
  • Sehr strenge finanzielle und Liquiditäts- Erfordernisse
  • Standards in der Unternehmensführung
  • Wird nur elektronisch gehandelt

Standard & Poor’s 500 – S&P 500

  • 500 führende Large Cap* Firmen, die die US Wirtschaft repräsentieren
  • Liquidität und Sicherheit der Firmaührendes “Barometer” der US Aktienmärkte
  • Zeigt die Risiken und Gewinne, die mit den Firmen einhergehen

Dow Jones Average Industrial

  • 30 bedeutende Aktien, die an der New Yorker Börse und an der Nasdaq gehandelt werden
  • 1896 von Charles Dow erfunden
  • Einer der weltweit wichtigsten Indexe
  • General Electric, Disney, Exxon, Microsoft etc.

g)    Fundamentale Analyse

Bei der Fundamentalen Analyse geht es darum, die Bilanz einer Firma auszuwerten. Das dient dazu, ihren inneren Wert zu kennen. Die Zahlen müssen auch miteinander ins Verhältnis gesetzt werden. Zum Beispiel sagt der Wert „1 Million Schulden“ für sich allein betrachtet nichts aus. Erst wenn ich ihn ins Verhältnis zur Firmengrösse und zum Gewinn setzte, kann ich daraus Schlüsse ziehen.

Trillium Trading Academy hat ein System entwickelt, mit dem Sie in weniger als einer halben Stunde jeder Firma durchleuchten können. Auch wenn Swing Trader normalerweise weniger Wert auf die fundamentalen Daten legen, raten wir jedem Trader dringend, jede Firma genau zu analysieren, bevor Sie damit traden.

h)    Technische Analyse

Mit dem Begriff „Technische Analyse“ wird das Analysieren der Börsenkurven oder Charts bezeichnet. Dies ist für das Swing Trading sehr wichtig, weil es drum geht, mögliche Wendepunkte am Boden oder an der Spitze zu erkennen und schnell zu handeln. Wir werden weiter unten näher auf das Studium der Charts eingehen.

i)    Quartalszahlen – Earnings

An der Börse gehandelte Firmen müssen vierteljährlich über ihre Performance Rechenschaft ablegen. Damit sind Kennzahlen gemeint wie Verdienst pro Aktie, netto Umsatz, Schulden oder Gewinnerwartung für das nächste Quartal. Die wichtigsten Schlüsseldaten werden mit den Zahlen des Vorjahres verglichen. Dieses Ereignis wirkt sich gewöhnlich unmittelbar auf den Aktienpreis aus: werden die Erwartungen erfüllt, steigt er; werden sie nicht erfüllt, fällt er. Earningsdaten können den Aktienpreis nach oben oder nach unten springen lassen. Es ist darum besonders wichtig, diese Daten stets im Auge zu behalten, wenn Sie mit einer Aktie traden.

j)    Branchen und Sektoren

Der Unterschied bezieht sich auf den Umfang. Ein Sektor umfasst einen weiten Bereich der Wirtschaft, während die Bezeichnung „Branche“ (Industry) auf eine sehr viel spezifischere Gruppe von Firmen zutrifft. Es gibt nur wenige, allgemeine Sektoren, zu denen eine grosse Anzahl von Firmen zugezählt werden können. Die Ausdrücke „Sektor“ und „Branche“ werden in unterschiedlichen Zusammenhängen unterschiedlich verwendet und werden oft nicht klar voneinander abgegrenzt.

Der S & P 500 hat die Firmen in 10 Sektoren unterteilt, die unterschiedlich stark gewichtet werden. Beim Swing Trading müssen Sie darauf achten, stets Aktien aus unterschiedlichen Branchen in Ihrem Portfolio zu haben.

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4) Der Preis einer Aktie

Auch wenn beim Swing Trading die technische Analyse im Vordergrund steht, ist eine umfassende fundamentale Analyse für alle Aktien, mit denen Sie traden möchten, für Ihren Erfolg entscheidend. Dies vor allem aus dem einfachen Grund, dass sich der Aktienpreis aus drei hauptsächlichen Komponenten zusammensetzt.

  1. Die Firma selbst, z. B. ihre fundamentalen Daten
  2. Die Branche, zu der sie gehört
  3. Und die Stimmung an der Börse.
Beim Open Outcry Trading spürt man die Stimmung an der Börse

Die Stimmung an der Börse beeinflusst den Aktienkurs zu einem Drittel

Viele Investoren beachten nur eine Komponente, die Firma. In einem Bullenmarkt können sich die Leute in falscher Sicherheit wiegen: Sie kaufen eine Aktie, deren Preis steigt. Darum glauben sie, sie seien brillante Trader. In den meisten Bullenmärkten steigen die Preise der Mehrzahl der Aktien. So hört man auch das Zitat: „Bei Flut steigen alle Schiffe.“ Während der Bullenphase in den späten 90er Jahren, als James Garza Aktienbroker wurde, konnte man eine Liste von Aktien erstellen, sie auf eine Zielscheibe kleben, einen Pfeil werfen, die Aktie kaufen, bei der der Pfeil landete und auf diese Weise Geld verdienen. So gab es viele Leute, die von sich überzeugt waren, brillante Trader zu sein, die nichts falsch machen können. Aber was geschah dann? Wenn auf einen Bullenmarkt ein Bärenmarkt folgt, erkennen die Investoren, ob Ihre Wahl der Aktien tatsächlich gut war oder nicht. Wählten sie eine solide Aktie oder nicht?

Es ist wichtig, die fundamentalen Daten einer Firma zu kennen, bevor Sie Ihr hart verdientes Geld investieren. Die fundamentalen Daten bestehen aus den Einnahmen der Firma, den Schulden, dem Management und am wichtigsten den Profiten, um nur ein paar wenige zu erwähnen. Sobald Sie die fundamentalen Daten studiert haben, müssen Sie entscheiden, ob Sie einen guten Gegenwert für Ihr Geld erhalten oder nicht. Sie möchten keine Aktie bei einem Allzeit-Hoch kaufen.

Als nächstes müssen Sie die Branche beachten, zu der die Aktie gehört. Sie beeinflusst nämlich den Aktienpreis im Laufe der Zeit. Wächst die Branche? Gehört sie zu einer Modeerscheinung? Neue Branchen entstehen, wie z. B. die sozialen Medien, und sie können ihrerseits andere Branchen beeinträchtigen. Ein Beispiel dafür ist die Zeit, als die Automobile aufkamen. Dies wirkte sich nachteilig auf die Branche der Pferde und Kutschen aus. Ein zeitgemäßeres Beispiel ist die Branche der online Nachrichtenagenturen. Sie haben einen negativen Einfluss auf die Zeitungsindustrie. Wenn Sie eine Firma gefunden haben, ist es wichtig, sie auch mit anderen aus der Branche zu vergleichen.

Zu guter Letzt beeinflusst auch die Stimmung an der Börse den Aktienpreis. Ist die Börse bullisch, werden sich fast alle Aktien nach oben bewegen, wie ich weiter oben erwähnt habe. Ist die Börse jedoch bärisch, dann verlieren viele Aktien an Wert. Fundamental weniger gesunde Firmen werden weiter nach unten fallen als gesunde Firmen, wenn die Börse im Abwärtstrend ist. Bärenmärkte dauern nicht so lange wie Bullenmärkte, aber es wäre bestimmt besser einen geringeren Verlust im Portfolio zu haben, wenn die Börse nach unten dreht. Im letzten Bärenmarkt von 2009 verkauften die Investoren was ihnen in die Finger kam, um aussteigen zu können.

Der aktuelle Bullenmarkt könnte sich dem Ende nähern oder er könnte sich ein wenig ausruhen, bevor er noch ein wenig weiter steigt. Die Auswahl der Aktien ist nicht so einfach, wie viele Leute glauben. Bevor Sie in eine Firma investieren, untersuchen Sie die fundamentalen Daten der Firma, die Branche und die Börsenlage im Allgemeinen. Machen Sie Ihre Hausaufgaben, damit es Sie nicht erwischt, wenn die Gezeiten wenden.

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5) Technische Analyse

a)    Mit Börsenkurven (Charts) lassen sich Aktienpreise vorhersehen

Das Studium der Aktienpreisbewegung

Es gibt zwei sehr weit gefasste Arten zu analysieren, welche Aktien man traden möchte: Die fundamentale Analyse und die technische Analyse. Bei der fundamentalen Analyse werden die fundamentalen Daten einer Firma untersucht, z. B. das Gewinnpotenzial, die Performance in der Vergangenheit, die Prognosen für die Zukunft. Die technische Analyse oder Chartanalyse nähert sich von einem völlig anderen Blickwinkel. Sie kümmert sich nicht um den „Wert“ einer Aktie oder um den inneren Gehalt eines Wertpapiers, sondern sie interessiert sich bloß für die Aktienpreisbewegung. Sie untersucht ein Wertpapier, indem sie die Statistiken untersucht, die durch die Aktivität an der Börse entstehen. Aktienkurven im Gegensatz zu Finanzberichten, das ist Charttechnik!

Charttechnik beim Swing Trading

Technische Analyse, um den Zeitpunkt für den Kauf und Verkauf von Aktien zu bestimmen

Die Chartanalyse besteht aus dem Studium von Angebot und Nachfrage, indem man Markttrends zu analysieren, Angebot und Nachfrage vorherzusagen und die Psychologie an der Börse zu verstehen versucht. Das Ziel ist zu verstehen, was im Kopf des Traders oder in seinen Gefühlen oder an der gesamten Börse vor sich geht, um festzulegen, in welche Richtung sich eine Aktie oder ein Trend bewegen wird. Der Trader verwendet eine Kombination von Preiskurven und anderen Hilfsmitteln, um Muster und Trends zu identifizieren. Das basiert auf drei Annahmen:

  1. Die Börse schlägt alles auf den Preis
    Eine Kritik besteht darin, dass sie nur die Preisbewegung beachtet und annimmt, dass die fundamentalen Grunddaten zusammen mit weiter gefassten wirtschaftlichen Faktoren und der Psychologie der Börse darin bereits eingeschlossen seien!
  2. Der Preis bewegt sich in Trends
    Das beinhaltet: nachdem ein Trend festgestellt wurde, ist es wahrscheinlicher, dass sich der Aktienpreis in dieselbe Richtung wie der Trend als gegen ihn bewegen wird.
  3. Historische Trends wiederholen sich
    Es beruht auf der Psychologie der Börse, dass sich Preisbewegungen wiederholen – Trader neigen dazu in einer beständigen und ähnlichen Weise auf Faktoren, die sich auf die Börse auswirken, zu reagieren.

Eigenschaften der technischen Analyse

Wie alle anderen Formen von Analysen, hat die technische Analyse zugleich ihre guten wie ihre schlechten Seiten. Sie ist eher von kurzfristiger Natur und sie eignet sich mehr für das Traden als fürs Investieren. Die Linie dazwischen kann allerdings verwischt sein. Darum ist es wahrscheinlich am sinnvollsten, wenn Sie die technische und die fundamentale Analyse miteinander kombinieren.

Geschichte der technischen Analyse: Jesse Livermore

Jesse Lauriston Livermore

Jesse Lauriston Livermore

Jesse Livermore gehörte zu den größten Spekulanten der Wall Street. Zu seinem ersten Job, den er mit 12 Jahren hatte, gehörte es, die Preise von Kunden zu notieren, die an einer Winkelbörse wetteten. Er studierte die Muster und bald wettete er selbst und gewann. Er wurde so erfolgreich, dass alle Winkelbörsen seine Aktivitäten verboten. Darauf begann er auf Aktien zu spekulieren. Die Legende besagt, dass er zwischen 1890-1940 vier Millionen Dollar Vermögen machte. Er studierte die Aufzeichnungen des Tickers und war wahrscheinlich der erste und einer der erfolgreichsten technischen Analysten an der Börse!

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b)    Candlesticks oder Kerzen

Candlesticks fassen das Geschehen an der Börse zusammen

Candlesticks auf den Charts: Sie zeigen die Aktienkurse

Candlesticks zeigen die Aktienkurse. Sie können unterschiedliche Zeiträume darstellen.

Es gibt unterschiedliche Darstellungen für den Verlauf des Aktienpreises. Wir bevorzugen die so genannten Kerzen oder Candlesticks. Sie bieten eine Möglichkeit, das Preisverhalten über einen bestimmten Zeitraum darzustellen. Sie wurden vor Jahrhunderten von japanischen Reishändlern erfunden. Sie gestatten einen schnellen Einblick in die Stimmung an der Börse, indem Sie die Wirkung untersuchen, nicht die Ursache.

Die Aktienpreise werden durch die Emotionen der Investoren angetrieben. Das sind im wesentlichen Gier, Angst und Hoffnung. Gefühle lassen sich mit Statistik nicht genau erfassen. Kerzen enthalten nützliche Informationen, beispielsweise über mögliche Kursumkehrungen. Sie können ein frühes Warnsignal sein.

Die Information in einer Kerze

Candlesticks zeigen Eröffnungs- und Schlusspreise

Candlesticks fassen das Geschehen an der Börse zusammen

Jeder Handelstag beginnt mit dem Eröffnungspreis und endet mit dem Schlusspreis. Dazwischen bewegt sich der Aktienpreis hinauf zu einem Höchstpreis sowie hinunter zu einem Tiefstpreis.

Jede Kerze hält diese vier Preisniveaus fest. Auf der linken Seite befindet sich der Eröffnungspreis, während auf der rechten Seite der Schlusspreis abgebildet ist.

Leere und gefüllte Kerzen

Kerzen können gefüllt oder leer sein. Das gibt Auskunft darüber, ob der Aktienpreis während des Tages insgesamt gestiegen oder gefallen ist, d. h. ob der Eröffnungspreis höher oder tiefer als der Schlusspreis liegt. Bei einer gefüllten Kerze ist der Preis zu Börsenbeginn höher als bei Börsenschluss, bei einer leeren Kerze stieg der Preis während des Tages und schließt höher als bei Börsenbeginn.

Grüne und rote Kerzen

Die Farbe der Kerzen gibt Auskunft über das Preisverhalten im Vergleich zum Vortag. Eine rote (schwarze) Kerze verrät, dass der Schlusspreis tiefer liegt als derjenige des Vortages. Eine grüne (weiße) Kerze hingegen zeigt, dass Aktienpreis höher geschlossen hat als am Vortag.

Unterschiedliche Zeiträume

Jede Kerze kann unterschiedliche Zeiträume darstellen. Dies kann eine Minute, eine Stunde, ein Tag, eine Woche, ein Monat oder gar ein Jahr sein. Mehrere Kerzen verschmelzen zu einer einzigen, wenn Sie einen längeren Zeitraum betrachten.

Am wichtigsten sind die Preise kurz vor Börsenschluss und bei Eröffnung. Sie verraten viel über die aktuelle Stimmung an der Börse. Aktienpreise bewegen sich auch wie Wellen hinauf und hinunter. Sie können an früheren Höchst- oder Tiefstpreisen mögliche Wendepunkte in der Zukunft erkennen.

Beim Swing Trading sind die Charts eines der wichtigsten Werkzeuge. Geben Sie niemals einen Auftrag auf, ohne zuerst die Candlesticks genau studiert zu haben.

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c)    Indikatoren

Zusätzlich zu den Kerzencharts können Sie beliebig viele Indikatoren verwenden. Zum Swing Trading brauchen Sie nur wenige. Besonders für Anfänger ist es wichtig, sich nicht durch ein „Zuviel“ an Information zu blockieren.

Gleitende Durchschnitte oder Moving Averages

Die Aktienkurse einer bestimmten Anzahl Tage werden zusammengezählt und durch die Anzahl der Tage geteilt. Dies ergibt einen Durchschnittswert, der sich als Kurve darstellen lässt. Wir benutzen für das Swing Trading den Moving Average von 2 und von 8 Tagen und beobachten, wie die zwei zueinander in Beziehung stehen. Besonderes Augenmerk legen wir darauf, wenn sie nach unten oder nach oben kreuzen. Das sind geeignete Einstiegspunkte oder Verkaufssignale.

Volumen Indikator

Das Volumen bezeichnet die Anzahl der Aktien, die an einem bestimmten Tag (oder in einem anderen Zeitraum) gehandelt werden. Es ist ein sehr bedeutender Indikator. Warum?

Wenn von einer Aktie durchschnittlich pro Tag nur etwa 10‘000 Stück gehandelt werden und ich davon 1‘000 Stück besitze, was geschieht dann, wenn ich meine Aktien verkaufe? Es ist mehr als wahrscheinlich, dass der Aktienpreis fallen wird, weil meine 1‘000 Stück 10% des gesamten Volumens ausmachen. Werden von einer Aktie täglich mehr als 500‘000 Stück gehandelt, dann fallen die 1‘000 Aktien nicht ins Gewicht.

Wenn das Handelsvolumen plötzlich ansteigt, dann bedeutet dies, dass viele Trader ein Interesse an der Aktie haben. Eine Preisbewegung nach unten oder nach oben hat mehr Gewicht, wenn der Volumen Indikator plötzlich ansteigt.

Unterstützung und Widerstand (Support und Resistance)

Bei der technischen Analyse betrachten Sie den Preisverlauf über einen längeren Zeitraum. Es gibt Preisniveaus, die langfristig nicht durchbrochen werden. Ist es ein tiefes Preisniveau, dann spricht man von Unterstützung, bei einem hohen von Widerstand.

Zum Bestimmen von Unterstützung und Widerstand ziehen Sie horizontale Linien in Ihre Charts. Sie zeigen Ihnen den Bezug zu früherem Preisgeschehen an.

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